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Blut und Honig

  1. Blut und Honig

Blut und Honig bis 16. Januar 2022 | Am Ende Europas und Begegnungen am Bosporus entlang (nicht mehr zu sehen)

Reisen durch die Peripherie Europas – Nicole Segers

Schon seit nahezu zwanzig Jahren zieht die Dokumentarfotografin Nicole Segers zusammen mit der Journalistin und Schriftstellerin Irene van der Linde durch die Peripherie Europas. Gemeinsam dokumentieren sie die taufrischen, von den Entscheidungsträgern in Brüssel weit entfernten Grenzbewohner. Entlang der neuen Ostgrenze und im Bosporus erleben sie die Randzonen der europäischen Einigung. Ihre dritte Reise geht durch den Balkan, den Flickenteppich Europas, wo sie sich auf die Suche nach der Bedeutung der neuen Grenzen begeben. Segers Fotos erzählen eine Geschichte von Einheit und Trennung. Museum Het Valkhof präsentiert die gesamte Trilogie in Bildern und lädt Besucher ein zu einer Reise durch Europa, entlang sichtbarer und unsichtbarer Grenzen.

Geschichten verewigen

Als die aus Nimwegen gebürtige Fotografin Nicole Segers (1960) mit 21 Jahren zum ersten Mal durch den Sucher einer Kamera schaut, ist es Liebe auf den ersten Blick. Mit ihrer Kamera in der Hand und festgelegten Routen im Rucksack, zieht sie kreuz und quer durch ein anderes Afrika, wo sie herausfindet, wie sich verborgene Geschichten im Bild einfangen und verewigen lassen.

Hoffnungsvoll, aber misstrauisch

Im Jahr 2001 geht Europa einer wiedervereinten Zukunft entgegen und „unsere“ Grenzen verschieben sich ostwärts. Voller Neugier packt Nicole Segers ihre Koffer und Leica, und begibt sich gemeinsam mit Irene van der Linde auf die Reise an der 7000 Kilometer langen neuen Grenze entlang. Auf der Suche nach der Antwort auf die Frage: Wer sind unsere neuen Grenzbewohner und was bedeutet diese Einigung für sie? Die Mauer ist gefallen, Diktaturen wurden gestürzt und Grenzen geöffnet. Inzwischen überqueren Brüssels politische Strategien alle nationalen und gemeinschaftlichen Grenzen. In den charakteristischen Schwarz-Weiß-Bildern des niederländischen Buchs Het einde van Europa (Am Ende Europas) dokumentiert die Fotografin Hoffnung und Perspektive, aber auch Misstrauen und Argwohn der Bewohner.

Das Leben auf der anderen Seite

Wenig später beginnt Brüssel die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei. Zusammen mit van der Linde setzt Segers ihre Reise Richtung Istanbul fort, wo der Bosporus eine geografische und symbolische Grenze zwischen Europa und Asien zieht. Ein Jahr lang reisen sie mit dem Fährboot zwischen den beiden Kontinenten hin und her. Segers hält, dieses Mal in strahlenden Farben, die Menschen und das Leben an beiden Ufern fest. In dem niederländischen Buch Ontmoetingen langs de Bosporus (Begegnungen am Bosporus entlang) befassen sich beide mit der Frage: Bewegt sich das Land in Richtung Europa oder doch in die andere Richtung?

Eine Geschichte voller Wehmut

Schon schnell erscheint der Balkan erneut auf dem Radar und weder Fotografin noch Schriftstellerin können dabei untätig bleiben. In Bloed en Honing (Blut und Honig), Boom Verlag, kehren sie zurück zu dem Flickenteppich Europas. „Wenn Sie erfahren möchten, wie es in Europa zugeht, müssen Sie in den Balkan“, so Segers. Ihre Bilder der Länder vom Blut und Honig (wortwörtliche Übersetzung von Bal und kan) zeigen verlassene Dörfer in Sarajevo, authentische Einkaufsstraßen in Nordmazedonien, regungslose Wachposten in Kosovo und Jugendliche vor schlecht instandgehaltenen Häusern in Albanien. Sie illustrieren die Rückbesinnung auf Religion und Sehnsucht nach alten Traditionen. Optimismus scheint längst der Vergangenheit anzugehören. 

Mit der gleichnamigen Schau Blut und Honig im Museum Het Valkhof schließt Segers die Trilogie ab. Starke Bilder signalisieren, wie die Stimmung in Europa im Laufe von zwanzig Jahren umgeschlagen hat. Dies ist eine Einladung zu einer dreiteiligen Reise quer durch die sichtbaren und unsichtbaren Grenzen.

Foto: Nicole Segers

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